Pauline

Die Therapie

Vom 05.01.2015 – 16.01.2017 fand Paulines Delphintherapie statt.

Es gab 4 Therapieblöcke pro Tag. Wir bekamen den 2. Block zugeteilt, d.h. die Therapie begann um 10.30 Uhr. Für uns war das optimal, so konnten wir morgens in Ruhe zusammen frühstücken.

Pauline war zu der Zeit noch ausgeschlafen und nicht schon wieder müde vom Tag.

Am ersten Tag fand mit uns und Paulines Therapeutin Bibi (Physiotherapeutin) das Aufnahmegespräch statt, um soviel wie möglich über Paulines aktuellen Stand und Fähigkeiten zu erfahren, und um die Schwerpunkte der Therapie festzulegen.  Pauline konnte zum ersten Mal die Umgebung, die Delphine und die Therapeuten kennenlernen.

Bibi_Katinka_Abschlussfoto

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir wollten als Therapieschwerpunkt „Kommunikation“, damit Pauline lernt, sich in irgendeiner Form zu artikulieren, was sie bisher nicht kann.

Daher wollten wir hier solide Grundlagen schaffen, die wir zu Hause versuchen wollten weiter auszubauen.

Pauline musste sich erst an den Ablauf, die neuen Menschen, den Therapieablauf gewöhnen. Die Therapeuten versuchten verschiedene Therapieformen, um herauszufinden, worauf Pauline am besten reagiert bzw. anspricht.

Es wurden verschiedene Kommunikationsmöglichkeiten geübt :

– Entscheidungen treffen mit Hilfe der Stimme

– Entscheidungen treffen mit Hilfe von Karten

– „Ja/Nein“-Karten nutzen lernen

Die Therapie begann jedesmal mit einer 1/2 stündigen Therapiesitzung, bei der mit Pauline hauptsächlich durch Aktion/Reaktion Spielzeug das Benützen der Arme geübt wurde.

Therapieraum

 

 

 

 

 

 

Anschließend wurde der Neoprenanzug angezogen, und es ging für 2 x 30 Minuten zum Delphin KANOA.

Die Therapeutin konnte nach den ersten Therapiestunden feststellen, welche Übungen mit dem Delphin Pauline Spass machten und welche nicht.

Bilderkarten dieser Übungen wurden dann Pauline während der Therapie mit dem Delphin vorgelegt, und sie musste dann entweder mit der Stimme oder Handbewegung signalisieren, wenn sie diese Übung machen wollte.

Dockübungen_Bildkarten

 

 

 

 

 

Die Therapieeinheit dauerte insgesamt 2 Stunden, nach jeder Einheit wurde zusammen mit der Therapeutin die Eindrücke oder Fortschritte der jeweiligen Einheit durchgesprochen, und das Programm für den nächsten Tag festgelegt.

Ab dem 3./4. Therapietag konnte man an der Körperhaltung von Pauline beobachten, wie sie bei der Therapie und mit dem Delphin KANOA immer entspannter wurde. Ihre steife Körperhaltung ging zunehmend zurück. Ihre Arme zog sie nicht sofort zurück, wenn Bibi sie auf KANOA legte, sondern blieben liegen. Ab und zu tauchte nun ein Lächeln auf Pauline´s Gesicht auf.

Bei den Übungen zur Kommunikation mit den Bilderkarten konnte die Therapeutin Bibi zunehmend erkennen, dass Pauline bewusst bestimmte Karten auswählte. Auch schaffte es Bibi ein paar Mal, Pauline Entscheidungen anhand Ihrer Stimme zu entlocken (Bsp: „wenn du xxx willst, mach ein Geräusch mit deiner Stimme“)

Bei den Nachbesprechungen am Ende der Therapieeinheiten erzählte Bibi immer begeistert von den (kleinen) Erfolgen, die sie mit Pauline bei den Übungen erreichte.

Die Therapie war für Pauline sehr, sehr anstrengend. Allein eine ganze Stunde verbrachten sie und Bibi jeden Tag im Wasser. Die Konzentration bei den vielen Übungen sind für Kinder wie Pauline sehr anstrengend.

Wir hatten aber zu keiner Zeit das Gefühl oder den Eindruck, dass Pauline ablehnend oder widerwillig war, wenn wir morgens zur Therapie gingen. Eher bekamen wir mehr und mehr das Gefühl, dass sich Pauline auf die Therapie freute.

Kurz vor Ende der Therapie, am vorletzten Tag, hörten wir während der Delphintherapie zu unserer Überraschung Paulines Stimme, ein Lachen und Juchzen. Das war für uns ein ganz besonderer Moment. Noch nie hat Pauline von sich aus so sichtlich Spaß an einer Sache gezeigt.

Therapie_2_Pic3

 

 

 

 

 

 

Ein Lachen dieser Art konnten wir bisher nur durch Kitzeln provozieren, selbstständig hat Pauline dies noch nie gemacht. Ist auch kein Wunder, nach alldem, was sie bisher durchmachen musste.

Nun hatten wir auch, wie viele andere Familien vor uns, dieses „Klick“-Erlebnis.

Das hält übrigens bis heute noch an…Pauline hat durch die Therapie in jedem Falle wieder Lebensfreude zurückgewonnen, sie ist viel aufgeweckter, lacht viel mehr, und ist vor allem konzentrierter als zuvor.

<— DIE UNTERKUNFT