Pauline

Die Hinreise

Unser Flug ging von Stuttgart nach Amsterdam, von Amsterdam nach Curacao. Abflug in Stuttgart war 6.00 Uhr. Es stand eine Zwischenlandung auf St. Maarten im Flugplan, auch eine Insel der Niederländischen Antillen.

Unser Taxi hatten wir kurzfristig auf 2.30 Uhr vorverlegt, da es in dieser Nacht heftig geschneit hat, fast 30 cm. Ich war in dieser Nacht 3x draußen zum Schneeschippen, damit wir zügig wegkommen, geschlafen habe ich in der Nacht nicht. Kann ich ja im Flieger (dachte ich).

Wir waren sehr pünktlich am Flughafen, trotzdem ging hier der Stress schon los. Das medizinische Übergepäck von Pauline (Box mit 30 Kilo) und Henrys Buggy waren vom Reisebüro nicht angemeldet worden. Ebenso sollten wir vor Ort eine 4er Sitzreihe erhalten, lt. Reisebüro. Dieses hat das Künststück fertiggebracht, von 27 Vierersitzreihen keine für uns zu reservieren. Wir sollten diese beim Check-In erhalten. Die darauffolgende Diskussion und das Einchecken mit dem vielen Gepäck dauerte über 45 Minuten. Das Durchleuchten vom Sondergepäck usw. und die Sicherheitschecks kosteten dann noch soviel Zeit, dass wir nun die Letzten waren, die das Flugzeug bestiegen. Wir waren da schon sehr gestresst und abgehetzt. Wir hatten Paulines speziellen Autositz dabei für den Flug, den musste ich zuerst einbauen, bevor Pauline Platz nehmen konnte. Das Flugzeug musste noch enteist werden, wir hatten beim Abflug schon fast 30 Minuten Verspätung.

Flug_Stuttgart_Amsterdam

In Amsterdam mussten wir dann warten, bis alle ausgestiegen waren. Das ist normal, da die Mitarbeiter des Flughafens in dieser Zeit die Rollstühle oder in dem Falle Paulines Rehabuggy aus dem Laderaum holen. Als wir das Flugzeug verließen, hatten wir keine 20 Minuten Zeit, um den Flieger nach Curacao zu erreichen.

Eine Mitarbeiterin des KLM Bodenpersonals packte uns alle auf einen Elektrokarren und raste hupend von einem Terminal zum andern. Der Flughafen Schiphol in Amsterdam ist riesig. Am Gate wurden wir bereits vom Personal erwartet : Wir waren wieder die Letzten.
 Daran, dass unser Gepäck dieses Tempo natürlich nicht mitmacht und auf der Strecke bleibt, dachten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht. Also wieder schnell den Autositz einbauen (der bleibt das nächste Mal zuhause !), Gepäck und Kinder verstauen, und los gings ! Nach all dieser Hektik erst mal verschnaufen.
Da Pauline unmöglich den ganzen Flug sitzen konnte, habe ich sie so oft wie möglich aus dem Sitz genommen und mehr schlecht als recht über meinen Schoss gelegt, den ich zuvor mit allen Kissen und Decken gepolstert habe. Henry neben mir hat das alles erstaunlich cool hingenommen, kaum zu glauben, dass dies sein erster Flug war. Allzu lang sitzen können Jungs in seinem Alter eh nicht, er hat sich dann relativ schnell eine Reihe nach hinten zu Eva verkrümelt und ist dann immer zwischen Reihe 53 und 54 gependelt.
Mit Schlafen war nicht viel, mit 2 kleinen Kindern sowieso nicht. Einer von beiden war immer wach. Um 12.30 Uhr karibische Zeit sind wir auf St. Maartens zwischengelandet. Irgendwoher kam mir diese Insel bekannt vor …?!?  Als ich bei der Landung aus dem Fenster schaute, wusste ich wieso…. Wahrscheinlich haben viele von euch schon mal das Bild gesehen, bei dem ein riesiges Flugzeug in 20m Höhe über einen Strand fliegt. Das ist St. Maarten. Die Landebahn fängt direkt hinter dem Strand an.

St_Maarten_Mod

Wir gingen eigentlich davon aus, dass nur Passagiere ein- und aussteigen würden…von wegen ! Das ganze Flugzeug wurde für den Rückflug betankt, gereinigt und aufgefüllt. 2 Stunden sind wir in dem Flieger gesessen, bis es endlich weiterging. Danach dauerte es noch ca. 1 Stunde, um 15.30 Uhr sind wir dann endlich in Curacao gelandet. Nach knappen 12 Stunden wieder raus aus dem Flieger ! Ein Flughafenmitarbeiter von KLM hat uns wieder vom Flieger an begleitet und recht schnell durch die Kontrollen gebracht.
Die gewonnene Zeit haben wir dann wieder verbummelt, als wir auf unser Gepäck gewartet haben. Nach einer knappen Stunde und vielen Telefonanrufen des KLM Mitarbeiters hat dann jemand unser Gepäck in Amsterdam aufgespürt. Was mussten wir schwitzen… von -5° auf 30° in einem Tag ! Aber herrlich, kein Schneeschippen mehr :). Wir sind dann endlich nach draußen zu unserem Transfer, der schon ewig auf uns wartete. Zum Glück ist die Dame nicht schon vorzeitig abgezogen. Um 18.00 Uhr waren wir in unserer vorläufigen Unterkunft (die Dolphin Suites neben dem Therapiezentrum waren über den Jahreswechsel bis zum Wochenende vor Therapiebeginn geschlossen). Das Apartment war toll, jedes Kind hatte ein eigenes Zimmer, so störte keiner den anderen. Wir haben den beiden noch schnell was zu essen gemacht und haben sie dann ins Bett geschmissen.
Die beiden haben geschlafen wie die Murmeltiere. Eva, deren Koffer bei Ihren Reisen regelmäßig abhanden kommen, hat sehr clever gepackt. Im Handgepäck waren alle wichtigen Sachen untergebracht, so dass wir einige Tag ohne Koffer überbrücken konnten. Blöd war nur, dass Paulines Ernährungspumpe in einem der Koffer war. Somit mussten wir die Nahrung, die sie nachts über diese Pumpe bekommt, von Hand sondieren (also nachts nochmal aufstehen !#?#). Ich habe dann mal so nachgerechnet, wie lange wir schon auf den Beinen waren: Aufstehen : 1.30 Uhr morgens deutsche Zeit  –>  Ins Bett gehen 21.30 Uhr karibische Zeit. Zeitverschiebung gegenüber zuhause :  – 5 Stunden, also ebenfalls 2.30 Uhr = 25 Stunden !

Die Koffer kamen dann einen Tag später…bis auf einen ! Paulines Koffer fehlte weiterhin. Der kam dann noch einen Tag später. Die Arme hatte wirklich nix mehr anzuziehen….

Eva musste Pauline eins Ihrer T-Shirts leihen… war natürlich viel zu groß. Leider haben wir kein Foto gemacht…….

DIE UNTERKUNFT —>